Das Kultusministerium hat im Sommer des vergangenen Jahres eine Reform zur Stärkung der Hauptschulen auf den Weg gebracht. Hierbei wurde eine Differenzierung mit Einführung einer Werkrealschule (bis Klasse 10) in neuer Form vorgegeben und die Zulassung an bestimmte Kriterien geknüpft. Der Bestand einzelner Hauptschulen, insbesondere im ländlichen Raum, ist auch infolge der zurückgegangenen Schülerzahlen und geringer Übergangsquoten an die Hauptschule gefährdet. Die Hauptschüler der Gemeinde werden seit 1977 bis zur 6. Klasse an der Grund- und Hauptschule in Satteldorf unterrichtet und ab Klasse 7 an der Leonhard-Sachs-Schule in Crailsheim. Die Leonhard-Sachs-Schule hat die Zulassung als Werkrealschule durch das Land erhalten. Erstmals wurden vor wenigen Wochen in die Schulempfehlungen für die Grundschüler neben Gymnasium und Realschule auch die Hauptschule/Werkrealschule mit aufgenommen. Aufgrund der Neuregelung besteht die Möglichkeit, dass die Schüler mit Empfehlung Haupt-/Werkrealschule bereits ab der 5. oder auch 6. Klasse an die Werkrealschule wechseln. Dies würde die Hauptschule Satteldorf schwächen. Deshalb ist man, so Bürgermeister Kurt Wackler, seit geraumer Zeit mit der Schulleitung an Überlegungen, wie der Hauptschulstandort Satteldorf gestärkt werden kann. Parallel wurde auch mit dem Schulamt und der Realschule am Karlsberg Gespräche geführt, ob dies durch eine enge Kooperation mit der RaK möglich wäre. Ziel muss es sein, die guten schulischen Voraussetzungen in der Gemeinde im Sinne einer wohnortnahen Schule zu erhalten und auszubauen.
Rektorin Diana Köhnlein erläutert das Ziel, den Hauptschulstandort Satteldorf für die Klassen 5 und 6 als Unterstufe der Werkrealschule attraktiver zu machen und zu erhalten. Dabei soll auf das veränderte Lebensumfeld der Schülerinnen und Schüler reagiert werden und die eigenen Stärken betont werden, wie kleinere Klassen, aktives Gemeinleben (Gemeinde, Kirchengemeinde und Vereine) mit engen Kooperationen, Übergangsmöglichkeiten in die Realschule nach Klasse 5 und 6, und vieles mehr.
Sie erläuterte die Bausteine zur Weiterentwicklung des Schulprofils: Vorgesehen ist der Ausbau der 6. Stunde an alle Wochentagen. Für die Hauptschüler der 5. und 6. Klasse ist an einem Nachmittag Unterricht, an einem anderen Nachmittag können freiwillig AG-Angebote angenommen werden. Für beide Wochentage soll ein Mittagessen eingeführt werden mit Mittagsaufsicht. Die AG-Angebote sind auch für Grundschulkinder offen, Nachmittagsunterricht ist für Grundschulkinder nicht mehr verpflichtend vorgesehen. Aus dem Integrationsgedanken heraus können die Kinder aus Gröningen auch in Satteldorf an AG-Angeboten teilnehmen.
Zur finanziellen Abdeckung wird von der Schule beim Landesamt für Besoldung und Versorgung über das staatliche Schulamt Lehrbeauftragtengeld beantragt. Beim Regierungspräsidium werden im Rahmen der Frühjahrsprognose über das staatliche Schulamt Lehrerstunden für den AG-Bereich, für die Hausaufgabenbetreuung und die Mittagsaufsicht mit angefordert. Auch der Freundeskreis der Schule hat eine Beteiligung signalisiert. Der Gemeinderat stimmte den geplanten Bausteinen der Grund- und Hauptschule zu. Entscheidungen über eine finanzielle Unterstützung sind zu einem späteren Zeitpunkt zu treffen, wenn konkrete Zahlen vorliegen.
Im vergangenen Jahr wurden im Rahmen der kommunalen Jugendarbeit 2 Projekte von Jugendreferent Alexander Schneider mit verschiedenen Schulklassen an der Grund- und Hauptschule durchgeführt. Im Interesse der Erweiterung des Profils ist angedacht, eine Schulsozialarbeiterstelle an der Grund- und Hauptschule anzustreben. Hinsichtlich der Zulassung und Einrichtung werden derzeit verschiedene Fragen abgeklärt, wie Bürgermeister Kurt Wackler berichtete. Der Gemeinderat folgte dem Vorschlag der Verwaltung und der Grund- und Hauptschule und beauftragte die Verwaltung, beim Landkreis einen Antrag auf Förderung und Einrichtung einer Schulsozialarbeiterstelle einzureichen.
In Kooperation mit der Fröbelschule aus Ellrichshausen ist die Einrichtung einer Vorbereitungsklasse für Kinder, die von der Einschulung zurückgestellt werden, vorgesehen, wie Rektorin Diana Köhnlein berichtete. Angedacht ist die Betreuung morgens in der Grund- und Hauptschule, soweit von den Eltern gewollt bzw. benötigt, kann ein Mittagessen und ein Aufenthalt nachmittags in der Fröbelschule angeboten werden. Die Entscheidung bzw. Zustimmung des staatlichen Schulamtes steht noch aus. Auch die Erzieherinnen der gemeindlichen Kindergärten sehen die Einrichtung einer Vorbereitungsklasse positiv. Damit könnte ein weiterer Baustein für die Erweiterung des Schulprofils geschaffen werden, wie Bürgermeister Kurt Wackler unterstrich. Die beabsichtigte Einrichtung der Vorbereitungsklasse wurde vom Gemeinderat positiv gesehen.
Kindergartenangelegenheiten
Einleitend wurde der Gemeinderat über die Entwicklung der Kinderzahlen in den gemeindlichen Kindergärten und insbesondere zum neuen Kindergartenjahr 2010/2011 informiert. In allen 3 Ortschaften ist gegenüber den starken Jahren 2004 bis 2007 ein deutlicher Rückgang festzustellen, so dass weitere organisatorische bzw. betriebliche Anpassungen unumgänglich werden. Im Hauptort Satteldorf ist dabei festzustellen, dass im Kindergarten in der Barenhalder Straße die Zahl im Vergleich zum Vorjahr zwar etwas ansteigt, im Kindergarten Am Dorfplatz jedoch deutlich zurückgeht. Bereits in früherer Sitzung war der Gemeinderat sich einig gewesen, dass im Hauptort Satteldorf die klare Zuordnung zu den Kindergärten bestehen bleiben soll. Eine Veränderung des Korridors wurde nicht vorgenommen, da sich die Kinderzahlen in den beiden Kindergärten nach dem Kindergartenjahr 2010/2011 wieder in die andere Richtung verändern. Durch die Beibehaltung der vorhandenen Trennlinie kann die Kontinuität gewahrt werden. Nach dem jetzigen Stand der Dinge wird davon ausgegangen, dass der Kindergarten in der Barenhalder Straße mit zwei Gruppen und einer Kleingruppe geführt wird, der Kindergarten Am Dorfplatz mit einer Regelgruppe sowie einer Kleingruppe neben der Krippenbetreuung im Obergeschoß. Im Kindergarten Am Dorfplatz besteht somit ein gewisser Puffer für die Entwicklung der erweiterten Angebote in der Krippenbetreuung bzw. der Ganztagesbetreuung. Der gleiche Trend ist in den Kindergärten Ellrichshausen und Gröningen festzustellen; auch hier wird je nach konkreter Anmeldung eine Veränderung an der Gruppenstruktur ggf. erforderlich. Der Kindergarten in Gröningen wird voraussichtlich mit einer Regelgruppe und einer Kleingruppe, der Kindergarten Ellrichshausen mit einer Gruppe im neuen Kindergartenjahr geführt werden. Die Umsetzung der angedachten Maßnahmen hängt letztendlich von der Zahl der tatsächlichen Anmeldungen für den Regelbetrieb der vier Kindergärten wie auch für die erweiterten Angebote ab, wie Bürgermeister Kurt Wackler unterstrich.
Die Gemeinde ist bereits im 6. Jahr bei dem Projekt „Sag mal was – Sprachförderung im Vorschulalter“ der Landesstiftung Baden-Württemberg mit dabei. Der Gemeinderat legte auf Vorschlag der Verwaltung fest, dass die Sprachfördermaßnahmen auch im neuen Kindergartenjahr weiter durchgeführt werden, unabhängig inwieweit noch eine Förderung durch das Land erfolgen wird.
Der Gemeinderat legte ferner fest, dass für die Betreuung der Zweijährigen in den Regelkindergärten sowie für die Ganztagesbetreuung und die Krippenbetreuung im Kindergarten Am Dorfplatz künftig auch die Sozialstaffelung bei den Kindergartenbeträgen der Eltern in Abhängigkeit von Kindern unter 18 Jahren in der Familie eingeführt wird. Bei der Festlegung orientierte man sich an den Empfehlungen der kirchlichen und kommunalen Landesverbände. Die neuen Gebühren treten zum nächsten Kindergartenjahr im September 2010 in Kraft. Bei den Sätzen für die Ganztagesbetreuung bzw. die Kinderkrippe wird das Mittagessen herausgenommen; dieses wird künftig nach dem tatsächlichen Aufwand verrechnet. Auf die gesonderte Bekanntmachung der Gebührensätze wird verwiesen.
Im Übrigen begrüßte der Gemeinderat den Vorschlag von Bürgermeister Kurt Wackler, mit der Glückwunschkarte für Neugeborene ab 1. September 2010 einen Gutschein für 2 Monate kostenfreien Besuch einer Regelgruppe im Kindergarten als Geschenk zu überreichen.
Neubestellung der Mitglieder des Gutachterausschusses
Die Gemeinde Satteldorf ist mit 3 Personen im Gutachterausschuss der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft Crailsheim vertreten. Bereit im Oktober wurden vom Gemeinderat Satteldorf 3 Mitglieder für den Gutachterausschuss vorgeschlagen. Es steht nun die endgültige Bestellung durch den Gemeinsamen Ausschuss der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft Gemeinschaft Crailsheim an. Der Gemeinderat stimmte der vorgesehenen Besetzung des Gutachterausschusses zu. Für die Gemeinde Satteldorf sind dabei Gemeinderat Reinhold Beck, Gemeinderat Ernst Dollinger und Gemeinderätin Brunhilde Klingler als Mitglieder vorgesehen.
Kinderabteilung der Feuerwehr
Im Herbst 1993 wurde bei der Freiwilligen Feuerwehr Satteldorf die Jugendabteilung eingeführt. Seit dieser Zeit wird in der Gemeinde Satteldorf eine rege und vorzeigenswerte Jugendarbeit im Bereich der Feuerwehr geleistet. Positiv ist dabei festzustellen, dass eine nicht unerhebliche Zahl der Mitglieder der Jugendfeuerwehr in den aktiven Feuerwehrdienst übertritt und damit die Anzahl der Mitglieder in den 3 aktiven Feuerwehrabteilungen nicht bzw. kaum zurückgeht. In die Jugendfeuerwehr können Personen zwischen vollendetem 12. Lebensjahr und dem vollendeten 18. Lebensjahr aufgenommen werden. Bürgermeister Kurt Wackler konnte dem Gemeinderat erfreulicherweise berichten, dass die Feuerwehr nun die Einrichtung einer Kinderabteilung beabsichtigt. Als Name der Kinderabteilung ist „Löschtiger Satteldorf“ angedacht. In der Kinderabteilung sollen Kinder vom vollendeten 6. Lebensjahr bis zum vollendeten 12. Lebensjahr als Mitglieder aufgenommen werden. Die notwendige Änderung der Feuerwehrsatzung wurde einstimmig vorgenommen.
Auf die gesonderte Bekanntmachung wird verwiesen.
Grundsatzbeschluss zu Freilandphotovoltaikanlagen
Verschiedene Gemeinden sowie die Baurechtsbehörden sehen sich mittlerweile verstärkt Anfragen hinsichtlich einer Freilandphotovoltaiknutzung gegenüber. Bei den Anfragen geht es um die Erstellung von flächenhaften Photovoltaikanlagen im Außenbereich. Ein aktueller Antrag liegt bei der Gemeindeverwaltung derzeit nicht vor. Die angekündigte Änderung bzw. Streichung der Einspeisevergütung nach dem EEG bei Freianlagen auf Ackerflächen lässt ohnehin ein zurückgehendes Interesse erwarten. Unabhängig davon soll ohne konkreten Einzelfall im Interesse der landwirtschaftlichen Nutzung die grundsätzliche Haltung zum Ausdruck gebracht werden.
Der Gemeinderat fasste einstimmig den Beschluss, dass die Gemeinde betreffend einer photovoltaischen Nutzung im Außenbereich bauleitplanerisch nicht tätig wird. Da es sich bei der photovoltaischen Nutzung nicht um eine privilegierte Nutzung im Außenbereich handelt, ist diese demnach auf Gemeindegebiet Satteldorf nicht möglich.
Baugesuche und Bauvoranfragen
Der Gemeinderat gab seine Zustimmung zur Nutzungsänderung des ehemaligen Brauereigebäudes zu einem Fahrradhandel und einer Reparaturwerkstatt auf Flst. 1377/1, Gröninger Hauptstraße 63, in Gröningen.
Der überarbeitete Bebauungsvorschlag für das Grundstück Flst. 2803/32, Prof.-Zenneck-Weg, Satteldorf, wurde hinsichtlich der Dachform bzw. Dachgestaltung positiv gesehen.