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Mulchen von Wegrändern – Pflegekonzept geht ins zweite Jahr
23.06.2022
Kategorie: Amtliche Bekanntmachungen

In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten war es in den Kommunen und Städten gang und gäbe, dass Wegränder entlang von Straßen und Feldwegen regelmäßig gemulcht wurden, um ein „ordentliches“ Bild abzugeben. So standen auch in der Gemeinde Satteldorf zweimal jährlich, meist im Mai und September, diese Arbeiten auf dem Jahresplan der Straßenunterhaltung.

Was hierbei leider nur selten bedacht wurde ist, dass den immer moderner und effizienter werdenden Mulchmähern bei ihrer Arbeit regelmäßig zahllose Insekten, Kleintiere und seltene Blumenarten zum Opfer fallen. Mit der aufkommenden Diskussion um das Insektensterben begann auch bei den Kommunen ein Umdenken, vorhandene Grünflächen entsprechend zu pflegen und auf diese Weise die Artenvielfalt zu fördern. Auch von Seiten vieler Bürgerinnen und Bürger wurde dieses Thema bei der Gemeindeverwaltung ebenfalls immer wieder vorgebracht. Das damalige Vorgehen, bei z.B. Wegen mit Straßengräben abwechselnd immer nur eine Seite des Straßengrabens zu mulchen, erschien der Gemeindeverwaltung als nicht mehr ausreichend, dem Verlust der Artenvielfalt zu begegnen.

Die Gemeinde Satteldorf hat daher vor gut zwei Jahren ein Pflegekonzept für die Wegränder erarbeitet, welches sich letztes Jahr erstmals in der Erprobung befand. Hier flossen viele Aspekte, wie die Verkehrssicherheit oder die Frequentierung der einzelnen Wegstrecken mit ein.

Die wichtigsten Änderungen im Einzelnen:

·         Auf das generelle Mulchen aller Wegstrecken im Mai und September wird verzichtet.

·         Neuer Zeitpunkt für den einzigen Pflegegang während der Vegetationsperiode ist Ende Juni / Anfang Juli, wenn der Großteil der Gräser und Blütenpflanzen ausgeblüht haben.

·         An allen Gemeindeverbindungsstraßen wird aus Gründen der Verkehrssicherheit weiterhin eine Pflege stattfinden. Ebenso an gefährlichen und stark frequentierten Einmündungsbereichen von Feldwegen.

·         Bei den asphaltierten Feldwegen wird nur noch an den Hauptwirtschaftswegen, welche zur weitmaschigen Erschließung der Feldflur dienen, gemulcht.

·         An geschotterten Feldwegen (mit wenigen Ausnahmen) wird nicht mehr gemulcht.

·         Seither wurden sog. Grünwege durch die Gemeinde nicht gemulcht. Dies wird auch weiterhin so beibehalten.

Durch die verlängerte Standzeit der Gräser und Blütenpflanzen im Frühjahr sollen so für Insekten Nahrungsquellen und Zufluchtsstätten entstehen. Auch das überwiegende Stehenlassen der Wegrandbegrünung über den Winter bietet den Insekten (z.B. Schmetterlingspuppen), Amphibien und Kleintieren als Schutz vor Witterungseinflüssen eine gute Überwinterungsmöglichkeit.

Im vergangenen Spätsommer konnte dann eine erste Bilanz des neuen Pflegekonzepts gezogen werden. Leider war an vielen unbearbeiteten Wegstrecken bereits nach einer Saison eine aufkommende Verbuschung durch Hartriegel, Schwarzdorn und sonstiger verholzender Wildsträucher festzustellen. Hier musste an den besonders betroffenen Stellen kurz vor Weihnachten dann doch nochmal das Mulchgerät angesetzt werden, um z.B. die Funktionstüchtigkeit der Wegseitengräben zu erhalten.

In Summe kann das 2021 eingeführte Pflegekonzept als erfolgreich angesehen werden. Ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt in unserer intensiv genutzten Kulturlandschaft.

Mulchen von Wegrändern – Pflegekonzept geht ins zweite Jahr
 

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