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Dauergast Buchsbaumzünsler | 22.08.2019

Der aus Ostasien eingeschleppte Buchsbaumzünsler hat sich im Landkreis fest etabliert. Wie in den vergangenen Jahren gibt es hohen Befall und der Schädling ist zum Leidwesen von Gartenbesitzern und –besitzerinnen zum Dauergast geworden.

Die zweite Raupengeneration frisst ab der ersten Julihälfte bis in den August hinein große Mengen an grünen Blättern und die noch verbliebenen Buchspflanzen sehen entsprechend kahl aus.

Bevor es an die Entsorgung der verbliebenen Reste geht, hier noch ein paar allgemeine Informationen zum dem unerwünschten Eindringling: Der Buchsbaumzünsler überwintert als kleine Raupe in einem Kokon zwischen den Blättern des Buchsbaumes. Im Frühjahr schaben die jungen Larven an den Blättern und gehen dann in einen Blattfraß über. Sicher zu erkennen ist der Befall an den typischen Gespinsten und Kotresten an Blättern und Trieben. Bei extremem Befall kann es bis zum Kahlfraß der Pflanzen kommen und auch die Rinde wird angefressen.

Die Raupen sind relativ gut getarnt und deshalb nur schwer in den unzugänglichen und dichten Buchshecken und –kugeln zu finden. Dies gilt vor allem für die jungen, noch kleinen Raupen, die gerne im Innern des Strauches leben und nur bei sonniger, warmer Witterung an die Oberfläche kommen. Ausgewachsen ist die Raupe bis zu 5 cm lang. Da es keine anderen Raupen auf Buchsbäumen gibt, sind Verwechslungen nicht möglich. Die Raupen sind nicht giftig. Temperaturen zwischen 18 und 30 Grad Celsius sind für die Raupenentwicklung optimal. In einem Jahr gibt es zwei Raupengenerationen. So sind Ende Mai die Raupen der ersten Generation ausgewachsen und spinnen sich ein. Nach einer zweiwöchigen Puppenruhe schlüpfen die Kleinschmetterlinge. Diese Falter suchen sich neue Wirtspflanzen und die weiblichen Falter legen die Eier auf der Blattunterseite der Buchspflanzen ab. Mitte Juni schlüpft die zweite Raupengeneration und verursacht im Sommer den Hauptschaden.   

Eine regelmäßige Kontrolle der Buchspflanzen erlaubt das frühzeitige Erkennen des Befalls. Es empfiehlt sich, im Frühjahr (April), im Frühsommer (zur zweiten Raupengeneration) und evtl. nochmals im Herbst den Buchs verstärkt auf Neubefall zu kontrollieren. Bei Befallsbeginn oder nur geringem Befall kann das Herausschneiden von befallenen Pflanzenteilen (Raupen- und Puppennester) ausreichend sein. Größere Raupen lassen sich von Hand ablesen. Durch Abschütteln fallen die Tiere auf den Boden und lassen sich Aufsammeln. Anschließend sind die Raupen zu vernichten.

Mit Buchsbaumzünsler befallene Pflanzenteile, Schnittgut und die Raupen gehören nicht auf den eigenen Kompost. Bei der Eigenkompostierung werden die für die Abtötung der Raupen und Larven erforderlichen Temperaturen nicht erreicht. Für eine sichere Entsorgung stehen die Biotonne, die Gartentonne und die Grünabfällsäcke für die Abholung ab Haus zur Verfügung, bzw. die Grüngutcontainer auf den Wertstoffhöfen und Häckselplätzen. In den professionellen Kompostwerken ist das Temperaturniveau von über 55 Grad Celsius in den Mieten so hoch, dass eine ausreichende Hygienisierung stattfindet. Bei dieser Hitzeeinwirkung werden die verschiedenen Stadien des Buchsbaumzünslers sicher abgetötet.

Um die Ausbreitung zu minimieren ist darauf zu achten, dass während der Lagerung der befallenen Pflanzenteile und der Entsorgung, die Raupen nicht in die Umgebung gelangen. Ende Mai und ab Mitte August, wenn die Larven bereits ausgewachsen sind, können sich auch an den abgeschnittenen Ästen noch Falter entwickeln. Aus diesen Gründen empfiehlt die Abfallwirtschaft das Schnittgut in Papiersäcke zu verpacken und diese fest zu verschnüren.

Die Entsorgung über die Grüngutcontainer auf den Wertstoffhöfen und Häckselplätzen ist bis zwei Kubikmeter kostenfrei. Bei Anlieferungen von größeren Mengen (über 2000 Liter) fallen Entsorgungskosten von 1 Euro pro 100 Liter an.  

Es ist davon auszugehen, dass der Buchsbaumzünsler ein Dauergast im Landkreis bleibt – sehr zum Leidwesen von allen die den Buchs im Garten schätzen. Um die alte Kulturpflanze zu erhalten sind zwei Bekämpfungsmaßnahmen im Jahr notwendig. Pflanzenschutzmittel, die für den Einsatz in Hausgärten zugelassen sind, die richtige Handhabung und weitere Informationen sind auf der Homepage des Landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg zu finden. (ltz-bw.de/Kulturpflanzen/Haus- und Kleingarten. Suchbegriff Buchsbaumzünsler eingegeben und unter „B“ sind Hinweise zur Pflanzengesundheit.)

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