Schulkonzept des Landes – mögliche Einführung einer Gemeinschaftsschule

Die Schul- und Bildungspolitik im Land ist in regelmäßigen Abständen in der Diskussion. Die Schullandschaft ist kräftig in Bewegung, so Bürgermeister Kurt Wackler. Wie man der aktuellen Presse entnehmen konnte, waren am Sitzungstag die 34 Starterschulen für das Projekt Gemeinschaftsschule bekanntgegeben worden. Neben den politischen Vorgaben hat auch der demografische Wandel Auswirkungen auf die Schullandschaft. Bewegten sich die Geburtenzahlen in Satteldorf früher zwischen 50 und 60 je Jahrgangsstufe, so liegen diese in den kommenden Jahren bei 35 bis 40 Schülerinnen und Schülern je Schuljahrgang. Auch die Akzeptanz der Hauptschule ist ein Thema, wie die Diskussion über die Werkrealschulen vor etwa 1 ½ Jahren deutlich zeigte. War die Werkrealschule in Satteldorf kein großes Thema, da unsere Hauptschüler ab der Klasse 7 überwiegend an die Leonhard-Sachs-Schule nach Crailsheim wechseln, betrifft die neue Schulform Gemeinschaftsschule als Kernpunkt der Bildungspolitik der neuen Landesregierung die Gemeinde Satteldorf bzw. die Grund- und Hauptschule stärker. Zumal hierdurch die Chance gegeben wäre, dass bei einer entsprechenden Ausrichtung und konzeptioneller Arbeit, alle Schülerinnen und Schüler bis zur Klasse 10 am Standort unterrichtet werden könnten. Die frühe Trennung in Hauptschule, Realschule und Gymnasium würde dadurch umgangen. Insbesondere im Hinblick auf die durchschnittlich 35 jährlich nach Crailsheim wechselnden Realschüler ein interessanter Aspekt. In den vergangenen Jahren waren Schule und Gemeinde stets bemüht, das Schulprofil zu stärken, beispielsweise durch die Schaffung von Zusatzangeboten wie Hausaufgaben¬betreuung, Mittagsbetreuung und weiteres. Trotz aller Bemühungen der Schulleitung und des Kollegiums ist selbst die Abwanderung von Hauptschülern an andere Schulstandorte in einem erheblichen Maß zu beklagen. So wird die derzeitige Klasse 5 nur noch von 12 Hauptschülern besucht. Grundsatz der Gemeinschaftsschule ist das längere gemeinsame Lernen und eine indi¬viduelle Förderung bzw. besondere Lernformen in Lern- und Leistungsgruppen. Für die Gemeinschaftsschule ist der Bildungsplan der Realschule Grundlage und sollte eine Zweizügigkeit angestrebt sein. Darüber hinaus ist ein gebundener Ganztagesbetrieb erforderlich, d. h. einschließlich einer Mittagsbetreuung, Mittagessen und Hausaufgaben¬betreuung an mindestens drei Tagen in der Woche. Die Gemeinschaftsschule umfasst die komplette Sekundarstufe I mit den Klassen 5 – 10 und schließt mit der mittleren Reife ab. Dadurch wäre die Option gegeben, dass zumindest ein größerer Teil der bisher nach Crailsheim an die dortigen Realschulen wechselnden Schüler am Ort bleiben könnte. Die Überlegungen der Verwaltung und der Schulleitung wurden im November des vergangenen Jahres bereits dem Elternbeirat der GHS vorgestellt. Mit der Leitung des zuständigen Schulamtes Künzelsau wurde die Frage der Einrichtung einer Gemeinschaftsschule in Satteldorf ausführlich erörtert und auch grundsätzlich offen und positiv gesehen. Die weiteren Überlegungen zur Konzeption sind intern zwischen Schulleitung, Kollegium und Verwaltung weiter zu vertiefen, aber auch nach außen hin mit den Nachbarkommunen, insbesondere der Stadt Crailsheim abzustimmen, die bisher den größten Teil der Realschüler und die Hauptschüler ab Klasse 7 an den dortigen Schulen aufgenommen hat. Rektorin Diana Köhnlein unterstrich die Bedeutung der Schulentwicklung und stellte nochmals das sehr früh beginnende Sortieren der Grundschüler heraus. Bereits im letzten Grundschuljahr, teils auch bereits in der 3. Klasse, ist die Trennung der Schülerinnen und Schüler entsprechend der weiteren möglichen schulische Entwicklung ein großes Thema. Der Gedanke der Gemeinschaftsschule ist, nicht mehr so früh zu trennen und den Grundschülern schon zu früh einen „entsprechenden Stempel“ aufzudrücken. Es sollte länger gemeinsam gelernt und auch individuell vor Ort gefördert werden. Auch wenn in Satteldorf das Thema Ganztagesschule mit der guten Struktur durch Familien, Kirchen und Vereine sicher nicht ganz so dringend zu sehen ist, ist zunehmend ein gewisser Bedarf festzustellen. Im Rahmen der Ganztagesschule kann der Unterricht entzerrt und rhythmisiert werden. Im Falle der Anerkennung als Gemeinschaftsschule würde auch das weiter notwendige Lehrpersonal zur Verfügung gestellt werden. Bisher werden die Zusatzangebote und die erweiterten Betreuungsangebote ausschließlich mit ehrenamtlichen Kräften gestemmt. Der Gemeinderat sah wie Verwaltung und Schulleitung in der neuen Schulform Gemeinschaftsschule eine Chance für die Satteldorfer Schülerinnen und Schüler und die hiesige Grund- und Hauptschule. Bei der Größe der Gemeinde ist grundsätzlich eine wohnortnahe Beschulung in der Sekundarstufe I (Klassen 5 – 10) mit einem möglichen mittleren Bildungsabschluss vor Ort anzustreben. Damit könnte auch der Standort Satteldorf sowie die Schule gestärkt werden. Mit der bereits gut angenommenen Kleinkindbetreuung ab dem 1. Lebensjahr könnte somit eine durchgängige Betreuung bis zur Klasse 10 vor Ort gewährleistet werden. Der Gemeinderat beauftragte einstimmig die Verwaltung und die Grund- und Hauptschule mit den zuständigen Stellen des Landes die Details einer grundsätzlich vorstellbaren Einführung einer Gemeinschaftsschule abzustimmen und die daraus erwachsenden sächlichen und räumlichen Notwendigkeiten zu klären. In diese Überlegungen ist auch eine verlässliche unterrichtsbegleitende Betreuung der Grundschüler mit einzubeziehen. Sobald die Fakten im Detail aufgearbeitet sind, wird das Gremium über die konkreten Schritte und einen möglichen Antrag auf Einführung einer Gemeinschaftsschule beraten und ggf. die nötigen Beschlüsse fassen.

 

Bebauungsplan „Winterwiesen II“

Nachdem im Geltungsbereich des Bebauungsplanes „Winterwiesen I“ kein freier Bauplatz mehr zur Verfügung steht, wurde das Bebauungsplanverfahren für den 2. Bauabschnitt vorangetrieben. Die eingegangenen Stellungnahmen im Rahmen der öffentlichen Auslegung bzw. Behördenbeteiligung wurden in der Sitzung im November 2011 bereits vorgestellt und abgewogen. Mittlerweile wurde der naturschutzrechtliche Ausgleich abschließend aufgearbeitet. Bürgermeister Kurt Wackler stellte dem Gemeinderat die vorgesehene naturschutzrechtliche Ausgleichskonzeption vor. Der Gemeinderat nahm diese zustimmend zur Kenntnis und stimmte dem notwendigen öffentlich-rechtlichen Vertrag mit der Naturschutzbehörde zu. Nachdem das Verfahren somit zum Abschluss gebracht werden konnte, fasste der Gemeinderat abschließend den Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan bzw. den örtlichen Bauvorschriften „Winterwiesen II“.

 

Erschließung „Winterwiesen II“

 Nachdem das Bebauungsplanverfahren „Winterwiesen II“ zum Abschluss gebracht werden konnte und im Ortsteil Gröningen dringend die Ausweisung neuer Bauplätze notwendig ist, wurde die Weiterführung der Erschließung beschlossen. Auf Vorschlag der Verwaltung legte der Gemeinderat fest, dass das Baugebiet „Winterwiesen II“ in zwei Bauabschnitten erschlossen wird. Der 1. Bauabschnitt mit 19 Bauplätzen wird ausgeschrieben. Der voraussichtliche Aufwand einschließlich der Baustraße liegt bei ca. 600.000 €.

 

Erschließung „Gewerbegebiet Anger“

 Der Bebauungsplan „Gewerbegebiet Anger“ ist im August 2008 in Kraft getreten. Während das Zentrale Feuerwehrmagazin direkt von der Kreisstraße erschlossen ist, wurde für das Restgebiet ein Erschließungsstich von Norden her bzw. von der Straße Am Bahnhof vorgesehen. Über eine evtl. Änderung dieser Erschließungskonzeption wurden verschiede Gespräche mit dem nördlich angrenzenden Unternehmen geführt. Ein Rückbau der Teilstrecke der Straße Am Bahnhof und eine Anbindung der Industriestraße über das Gebiet Anger an die Kreisstraße stand als Option im Gespräch. Von der Straßenbauverwaltung wäre dann aber die Anlegung einer komplett neuen Linksabbiegerspur in der Kreisstraße gefordert worden. Allein für diese Maßnahme wären Kosten von über 80.000 € angefallen. Aus wirtschaftlichen Erwägungen heraus wurde daher eine Änderung der Erschließungskonzeption nicht weiterverfolgt. Auf Grundlage der Erschließungskonzeption des rechtskräftigen Bebauungsplanes beauftragte der Gemeinderat die Verwaltung, die Erschließungsplanung weiter zu erarbeiten und die Ausschreibung der Erschließungsmaßnahme durchzuführen.

 

Spielplatzanlegung Baugebiet „Pfaffenegerten“

Nach Abschluss der Erschließungsarbeiten des 2. Bauabschnittes im Baugebiet „Pfaffenegerten“ wird nun die Spielplatzanlegung in Angriff genommen. Anfang Oktober wurde mit den Grundstückseigentümern und Anwohnern im Gebiet die Gestaltung des Spielplatzbereiches besprochen. Im Rahmen eines zweiten Termins wurde die Vorplanung vorgestellt. Im Rahmen einer beschränkten Ausschreibung wurden die möglichen Anbieter angeschrieben, der Auftrag wurde an die Firma Aukam, wobei überwiegend Metallkonstruktionen vorgesehen sind, in Höhe von 42.118 € vergeben. Bürgermeister Wackler konnte berichten, dass die Montage unter Anleitung eines Montagemeisters von den Auszubildenden der Firma LEONHARD WEISS aus Satteldorf durchgeführt wird. Die Aufbauarbeiten sollen im Frühjahr ausgeführt werden. Anschließend steht die Bepflanzung des Spielplatzareals an.

 

Annahme von Spenden

Nach den Vorschriften des kommunalen Haushaltswirtschaftrechtes ist es erforderlich, dass der Gemeinderat der Annahme von Spenden, Zuwendungen und Ähnlichem ausdrücklich zustimmt. Die Verwaltung informiert den Gemeinderat über die im 2. Halbjahr 2011 eingegangenen Spenden, der Gemeinderat stimmte der Annahme zu.

 

Immissionsschutzrechtliches Anzeigeverfahren

Der Gemeinderat stimmte der Errichtung und dem Betrieb eines REA-Gips Freilagers auf Flst. 2672/7 des örtlichen Gipsbruchbetreibers zu. Dies erfolgte unter der Maßgabe, dass durch den Betrieb der Anlage es zu keinen Staubentwicklungen bzw. störenden Immissionen kommt bzw. für den Fall, dass dies der Fall ist, entsprechende Maßnahmen nachträglich gefordert werden können.

 

Baugesuche und Bauvoranfragen

Der Gemeinderat erteilt das Einvernehmen zum Neubau einer Physiotherapiepraxis sowie eines Zentrums für Sporttherapie auf Teilflächen von Flst. 562, Satteldorfer Hauptstraße 7 und 9 in Satteldorf. Ebenso zugestimmt wurde der Nutzung einer bestehenden Doppelgarage als Werkstatt für Steinmetzbetrieb auf Flst. 977, Satteldorfer Hauptstraße 51, Satteldorf. Die Bedenken über den Bauantrag zur Anbringung von Werbeflächen in der Kalkofenstraße 6, Flst. 1020 in Bronnholzheim wurden aufrechterhalten und entgegen der Rechtsauffassung des Landratsamtes das Einvernehmen nicht erteilt. Der geringfügigen Überschreitung der Baugrenzen beim geplanten Wohnhausneubau im Baugebiet Pfaffenegerten auf Flst. 3161/4, Zum Osterfeld, wurde zugestimmt, nicht jedoch einer abweichenden Dachneigung bzw. Überschreitung der Firsthöhe.

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