Sitzungsbericht

Bericht aus der Gemeinderatssitzung vom 4. Oktober 2016

  

Wasserversorgung Satteldorf/ Gröningen/ Gewerbepark

Die Betriebs- und Versorgungssicherheit der Wasserversorgung steht Jahr für Jahr mit verschiedenen Investitionsmaßnahmen auf dem Arbeitsprogramm der Gemeinde, aktuell wird eine zweite Zuleitung vom Hochbehälter Beuerlbach nach Satteldorf gebaut. Um Versorgungsengpässen bei Wasserrohrbrüchen vorbeugen zu können, ist es zweckmäßig, die Wasserversorgung stets auf zwei Standbeine zu stellen, so Bürgermeister Kurt Wackler. Dies hatte sich zuletzt auch im April dieses Jahres beim Wasserrohrbruch in der Zuleitung zum Wasserturm Gröningen gezeigt. Um künftig diese Probleme im Bereich von Gröningen aber auch im Bereich des Gewerbeparks vorbeugen zu können, hat der Zweckverband Nordost- Wasserversorgung (NOW) die Möglichkeiten zur Verbesserung untersucht.

Geschäftsführer Ernst Rommel von der NOW erläuterte anhand eines Schemaplans die Wasserversorgung in Satteldorf und Gröningen. Die Hochzone in Satteldorf (Bereich westlich der Bahnlinie) wird über den Hochbehälter Kühberg bedient, die Niederzone (unterer Ort und Industriegebiet bzw. Gewerbepark) wird vom Wasserturm Satteldorf aus versorgt. Die Versorgung des Ortsbereichs Gröningen erfolgt über die Hochzone vom Wasserturm Gröningen aus. In der Niederzone Satteldorf hat sich seit 2005 aufgrund der Entwicklung der Wasserverbrauch verdoppelt. Im Industriegebiet bzw. Gewerbepark ergibt sich darüber hinaus noch eine erhöhte Anforderung bezüglich der Löschwasserversorgung, die mit den angedachten Maßnahmen ebenso verbessert werden kann. Eine besondere Problematik ist im Bereich des Schutzbauwerks beim Bahnübergang am Bahnhof Satteldorf gegeben. In diesem Schutzbauwerk wird nicht nur die Fernwasserleitung der NOW unter der Bahnlinie durchgeleitet, sondern auch die Zuleitung von der Fernwasserleitung zur Einspeisung in den Wasserturm, als auch die Fallleitung vom Wasserturm ins Industriegebiet bzw. den Gewerbepark. In diesem Nadelöhr verlaufen somit drei wichtige Versorgungsleitungen, bei einem Schadensfall hätte dies erhebliche Auswirkungen. Darüber hinaus hat die Fallleitung einen relativ geringen Durchmesser, der den Ansprüchen der Versorgung im Industriegebiet bzw. Gewerbepark kaum gerecht wird. Um diese Situation zu verbessern, soll zum einen ausgehend vom Wasserturm eine Verbindungsleitung zum Gewerbepark II nach Osten bzw. Norden mit einem entsprechenden Durchmesser gebaut werden. Durch diesen Ringschluss kann die Versorgungssicherheit deutlich verbessert werden. Zum anderen soll ausgehend vom Wasserturm in südlicher Richtung eine weitere, größer dimensionierte Zuleitung von der Fernwasserleitung zur Versorgung des Wasserturms errichtet werden. In die gleiche Trasse soll dann auch eine Fallleitung vorsorglich mit eingelegt werden, über die unter anderem auch das kommende Baugebiet „Häuslesbühl“ zur gegebenen Zeit angeschlossen werden kann. 

Über die verschiedenen Varianten zur Verbesserung der Wasserversorgung in Gröningen hatte der Gemeinderat bereits am 6. Juni 2016 beraten. Die Variante eins beinhaltet dabei die Verlegung einer Zuleitung mit 40 m Länge vom Schacht der Hohenloher Wasserversorgungsgruppe zum Wasserturm Gröningen. Die reinen Investitionskosten würden sich bei dieser Variante auf lediglich 27.000 Euro belaufen, allerdings würde dann noch eine nicht unerhebliche Gebühr für das Durchleiten des Trinkwassers anfallen. Bei Variante zwei würde die bestehende Leitung mittels Inlinerverfahren saniert, die Spitzenzeiten würden über den zu bauenden Anschluss an die Hohenloher Wasserversorgungsgruppe aufgefangen werden. Die Investitionskosten würden dann bei dieser Variante bei 84.000 Euro liegen, die zusätzlichen Gebühren für die Zuleitung würden sich dann im vertretbaren Rahmen belaufen. Bei der dritten Variante würde im unteren Bereich ein kurzes Stück mit Inlinerverfahren saniert, dann ab der Treppe im Bereich Höhe Baugebiet Eichelberg eine neue Leitung mit größerem Durchmesser gebaut werden. Der angrenzende Grundstückseigentümer hat bereits seine Zustimmung signalisiert. Die Investitionskosten würden sich bei dieser Variante auf etwa 100.000 Euro belaufen. Die Varianten vier und fünf, die entweder eine Verlegung einer komplett neuen Zuleitung zum Wasserturm mit entsprechendem Durchmesser oder eine Verknüpfung mit der Niederzone Satteldorf mit einer entsprechenden Leitung von 300- 400 m vorsehen, sind von den Investitionskosten zu hoch und kommen derzeit nicht in Frage. Langfristig kann die Variante 5 eventuell in Verbindung mit einer anderen Maßnahme beispielsweise im Bereich Eurorastpark zur Verbesserung der Versorgungssicherheit interessant werden. 

Aufgrund des Gemeinderatsbeschlusses vom Juni waren die Arbeiten im Zuge der Erneuerungen der Zuleitung zum Wasserturm Gröningen und der Herstellung des Anschlusses an die Leitung der Hohenloher Wasserversorgungsgruppe ausgeschrieben worden. Der Gemeinderat wurde über das Ergebnis der Submission informiert. Die elektrische und messtechnische Ausrüstung ging an den günstigsten Bieter, die Firma Stoll, Prozessleittechnik aus Eschach, zum Angebotspreis von 35.052,75 Euro. Den Auftrag für die elektrische und messtechnische Einrichtung erhielt die Firma Steinbrenner aus Wiesenbach zu Angebotspreis von 68.320,90 Euro. 

Diese Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserversorgung in Gröningen werden zügig umgesetzt. Der Gemeinderat nahm die Gesamtkonzeption zur Verbesserung der Wasserversorgung in Satteldorf und Gröningen zustimmend zu Kenntnis. Die Verwaltung bzw. die NOW wurde mit der Ausschreibung der notwendigen Arbeiten zur Verbesserung der Wasserversorgung im Gewerbepark bzw. Industriegebiet beauftragt.

Dank an Geschäftsführer Rommel

Bürgermeister Kurt Wackler nutzte die Gelegenheit, nachdem Geschäftsführer Ernst Rommel nach über 37 Jahren Tätigkeit bei der NOW wohl das letzte Mal offiziell in einer Sitzung des Gemeinderats Satteldorf mit dabei war und dankte dem Geschäftsführer, der Ende des Jahres bzw. Anfang des kommenden Jahres in den wohlverdienten Ruhestand übertritt, für die gute Beratung mit viel Verlässlichkeit und großem Knowhow in all den Jahren. Auch über die eigentliche Zuständigkeit der NOW hinaus war er immer ein guter Berater zum Wohle der Bürgerschaft in Satteldorf. Mit den besten Wünschen und vor allem viel Gesundheit überreichte Bürgermeister Wackler als Abschiedsgeschenk ein Buch mit Wanderrouten und Touren im Hohenloher Land. Um die Zeitangaben in dem kleinen Führer prüfen zu können, erhielt Herr Rommel zusätzlich noch eine Gemeindeuhr.

Kanalsanierungsarbeiten

Im September des vergangenen Jahres war das Ingenieurbüro Stadtlandingenieure beauftragt worden, die erforderlichen Kanalsanierungsarbeiten im Rahmen der Eigenkontrollverordnung beschränkt auszuschreiben. Untersucht worden waren die Kanalhaltungen und Schächte in Teilbereichen von Sattelweiler bzw. Neidenfels. Es handelt sich dabei größtenteils um Risse und schadhafte Anschlüsse. Die Schadensbehebung erfolgt über ein Reparatur- und Renovationsverfahren mittels Roboter-, Kurzliner- und Inlinertechnik. Der Gemeinderat wurde über das Ergebnis der beschränkten Ausschreibung informiert. Das günstigste Angebot liegt etwa fünf Prozent über der damaligen Kostenberechnung des Ingenieurbüros. Die Arbeiten für die Kanalsanierung wurden an die Firma AKS-Umwelttechnik aus Neu-Ulm zum Angebotspreis von 92.646,96 Euro vergeben.

Vorberatung Nachtragshaushaltssatzung

Beim Haushaltszwischenbericht in der Septembersitzung des Gemeinderats wurden die Änderungen dargestellt, die sich in Laufe des Jahres gegenüber der Haushaltsplanung ergeben haben. Auch wenn keine rechtliche Notwendigkeit gegeben ist, sollen die wesentlichen Änderungen aus Gründen der Haushaltsklarheit im Rahmen einer Nachtragshaushaltssatzung dargestellt werden, so Bürgermeister Kurt Wackler. Aufgrund von Mehreinnahmen bei der Gewerbesteuer erhöht sich das Volumen des Verwaltungshaushalts um 1,3 Millionen Euro auf 14.588.000 Euro. Unter Berücksichtigung der Mehrausgaben durch die erhöhte Gewerbesteuerumlage sowie Unterhaltungsmaßnahmen bei der Wasserversorgung in Gröningen ergibt sich dadurch eine um ca. eine Million Euro höhere Zuführung zum Vermögenshaushalt, erläuterte Kämmerer Tobias Schneider. Im Vermögenshaushalt ergeben sich verschiedene Änderungen zum einen durch Mehrausgaben insbesondere beim Grunderwerb für das Baugebiet Häuslesbühl, beim Neubau des Dienstleistungsgebäudes mit Parkstreifen in Satteldorf, der Zuleitung zum Wasserturm Gröningen sowie noch verschiedenen kleineren Positionen. Diese Mehrausgaben werden zum Teil aufgefangen durch die Zurückstellung der vorgesehenen Wohnumfeldmaßnahme im Bereich am Sägbuck, die vollständig im kommenden Haushaltsjahr 2017 abgewickelt werden soll. Insgesamt ergibt sich im Vermögenshaushalt somit eine Veränderung um 500.000 Euro. Das Volumen des Investitionshaushalts liegt somit bei 5.905.000 Euro. Insgesamt weist der Haushalt somit ein Gesamtvolumen von  über 20 Mio. Euro auf: ein Betrag, der für eine Gemeinde der Größenordnung von Satteldorf sehr beachtlich ist. Der Gemeinderat stimmte dem Entwurf der Nachtragshaushaltssatzung zu und beauftragte die Verwaltung, die Verabschiedung für die nächste Gemeinderatsitzung vorzubereiten.

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